Spaziergang in den Salzgärten von Castro Mairm im 'do Sapal'

September 2, 2015, 15:00 Uhr


Drei Jahre Portugal, 10 Monate Kampagne

Mit 22 Jahren hat man noch nicht viel zu verlieren. Somit ist mir die Entscheidung den sicheren Büröjob an den Nagel zu hängen um ein wenig die Welt zu erkunden relativ leicht gefallen. Auto verkauft, Wohnung aufgelöst und sieben Sachen in einen großen Rucksack gepackt, im Fachjargon nennt man den Bag-Pack, und los. Mit RyanAir gen Süden.

Ankunft in Portugal

Nachdem der Pilot eine 180° Steilkurve über der Sonnenküste Portugals - die Algarve - geflogen ist, und aufgrund der atemberaubenden Sicht ein kurzes Raunen durch den Flieger ging, sind wir kurz darauf sauber gelandet. Faro, die "Hauptstadt" der Algarve war das erreichte Ziel. Nach ein paar Tagen im Budget-Hotel in Faro, unter Deutschen, Engländern und den Freunden aus Holland, wurde mir schnell klar, dass dies kein guter Ausgangspunkt ist mehr über Portugals Menschen, Kultur und Geheimnisse zu erfahren. Bei einer Internetrecherche stieß ich dann auf ein vielversprechendes Angebot: Auf einer biologischen Quinta - also einem port. Bauernhof - aushelfen gegen Kost und Logis, zusammen mit anderen Freiwilligen, die gerade dabei sind die Welt zu entdecken. Wer auch mal Lust haben sollte: WWOOF Portugal

Farmlife - länger als geplant

Nach einer rund einstündigen Zugreise von Faro nach Castro Marim, ganz im Osten der Algarve war das Ziel erreicht. Eine knapp 30 Ha großer, familiengeführter portugiesischer Bauernhof. 5 Ha Feigenbäume der indogenen Sorten "Lampo Branco" und "Lampo Preto", 2 Ha Olivenbäume der Sorten "Galega" - für Olivenöl - und "Manzanilla" - welche besser für Konserven geignet ist. 10 Ha Johannisbrotschotenbäume (was ein Wort), dessen Früchte meine Großmutter noch als "Affenbrot" kannte, aus Kriegszeiten wo es als Schokoladenersatz diente. Der erste Eindruck: Eine wahre Idylle hier, diese kleine Oase im ruhigen "Sotavento" der Algarve.

Feigenbaum zuschneiden

Bevor man nun ins träumen gerät, sollte man schnell noch bedenken, dass sich hinter solch einer Idylle meist jede Menge Arbeit verbirgt. So war es auch im Falle der Meinigen. Da meine Ankunft pünktlich auf das '12er Weihnnachtsfest gefallen ist, hatte ich über die Feiertage erstmal frei. Die habe ich mit zwei Hofarbeitern der Quinta verbracht, João & Tenka, bei einem für Portugiesen festlichen Mahl: Açorda de Bacalhau. Wenn man es mal pragmatisch ins Deutsche übersetzen wollen würde, wäre es wohl eine Brotsuppe mit getrocknetem Stockfisch. Der Vinho tinto war gut.

Die Weihnachstfeiertage waren Gott sei Dank schnell rüber, endlich gab´s mal was zum arbeiten. Und was steht an im Winter auf einer portugiesischen Quinta mit vielen Feigenbäumen? Na klar, Feigenbäume schneiden. Das war dann auch erstmal meine Beschäftigung für die nächsten 3 Wochen, bei eträglichen sechs Stunden pro Tag.

to be continued...